Asylbewerber aus griechischen Lagern in Chemnitz angekommen

Es war eine Grundsatzentscheidung, bei der es weniger um die Zahl der Asylbewerber ging, die nach Chemnitz kommen sollten (am Ende waren es nur 5), sondern um die Frage, ob Bewohner von Lagern, die beispielsweise durch einige der Insassen angezündet und somit vorsätzlich zerstört wurden, Asyl in Deutschland bekommen sollten. Mit einem Beschluss hatte der Chemnitzer Stadtrat im April 2020 bereits seine Bereitschaft erklärt, jedes Quartal drei Kinder oder Eltern aus griechischen Lagern aufzunehmen. Eine Zahl, die Chemnitz sicherlich – im Gegensatz zur unkontrollierten Asyleinwanderung ab dem Spätherbst 2015 – verkraften kann, die aber dennoch einen falschen Fluchtanreiz setzt: Statt Griechenland zu helfen, die Flüchtlingssituation in den Griff zu bekommen, wird suggeriert, es könnte für alle Einwanderer, die sich derzeit in griechischen Lagern befinden, eine Lösung gefunden werden. Das funktioniert freilich nicht, setzt aber ein fatales Signal an Millionen von Wartenden, die sich durch solche Nachrichten erst für den weiten – und oft gefährlichen – Weg nach Deutschland entscheiden.

Statt Zahlenspiele zu betreiben und das Gewissen mancher Politiker links der Mitte zu beruhigen, bedarf es endlich einer Diskussion, wie die Einwanderungspolitik auf europäischer Ebene gelöst werden kann. Dazu bedarf es Klartext und keinen ideologischen Scheuklappen.

Bild: Symbolbild

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