Kulturhauptstadt sagt Kulturausschuss mangels Interesse ab – ein Armutszeugnis!

Es wirkt wie die Konfrontation mit der harten Realität: Während einige kleine Gruppe, überwiegend Politiker der Parteien links der Union, sowie die „freie Kunstszene“, versucht, Chemnitz als Kulturhauptstadt zu verklären, ist das Interesse der Normalbevölkerung an dieser Art von Kultur denkbar gering. Ein versenktes Auto im Schloßteich, ein überdimensionaler Darm von Karl-Marx, eine Antifa-Ausstellung – damit kann der durchschnittliche Chemnitzer wenig anfangen und regt sich allerhöchsten über die daraus resultierende Steuergeldverschwendung auf. Doch auch die Chemnitzer Lokalpolitik legt – entgegen allen Beteuerungen – keinen Schwerpunkt auf kulturelle Tätigkeiten. So wurde die erste Sitzung des Kulturausschusses, die eigentlich am 14. Januar stattfinden sollte, abgesagt. Der Grund: Keiner der Ausschussvertreter (dem alle im Rat vertretenen Fraktionen angehören) hat eine Vorlage eingereicht, auch die Verwaltung hat keine Vorlage auf den Weg gebracht. Im Klartext: Es gibt nichts zu bereden. Und diese Haltung ist kein Einzelfall!

Jede 2. Sitzung des Kulturausschusses wurde 2020 in Chemnitz abgesagt

Regulär trifft sich der Kulturausschuss mindestens acht Mal jährlich. Doch im Jahr 2020 wurde in Chemnitz jede zweite Sitzung abgesagt, gerade einmal vier Sitzungen fanden statt. Und deren Umfang wirkte denkbar knapp: Im Januar 2020 fanden sich drei Beschlussvorlagen auf der Tagesordnung, im Mai waren es eine Vorlage und drei Präsentationen, im September eine Informationsvorlage und 2 Präsentationen. Und im November wurde schließlich die Kulturhauptstadt 2025 vorgestellt. Vielleicht sollte diese Kulturhauptstadt langsam beginnen, kulturelle Aktivitäten zu entfalten, die über Lippenbekenntnisse und fragwürdige Projekte hinausgehen. Ansonsten wird es schwer werden, die Mehrheitsbevölkerung, die sich fernab der lokalen Gremien und ihres Umfeldes bewegt, zu gewinnen.

Share: