Wider der Dunkelheit: Gemeinschaftliches Weihnachtssingen auf dem Chemnitzer Schloßberg

Jeden Adventssonntag treffen sich in Chemnitz Menschen, vor allem Familien mit Kindern, um gemeinsam Weihnachtslieder zu singen und in einer Zeit, in der die Regierung von oben herab das öffentliche Leben lahmgelegt hat, zumindest ein bisschen Gemeinschaftsgefühl zu vermitteln. Ein Gefühl, das eigentlich Kernelement der christlichen Weihnachtstradition ist. Auch am 3. Advent kamen Chemnitzer, rund 100 an der Zahl, zum Weihnachtssingen zusammen. Während sich die Polizei auf dem Markt, wo in den Vorwochen das Singen stattgefunden hatte, vorbereitete und möglicherweise Maßnahmen überlegt hatte, wurde durch die Organisatoren der Treffpunkt kurzerhand auf den Schloßberg, vor die Schloßkirche, verlegt. Im Gepäck der Weihnachtssinger waren nicht nur viele bekannte Lieder, es wurden auch Instrumente mitgebracht. Im weiteren Verlauf des Singens erschien auch ein größerer Aufgebot der Polizei (rund zehn Fahrzeuge), das sich aber im Hintergrund hielt und lediglich nach einem Versammlungsleiter fragte, wenngleich bereits fraglich ist, ob das gemeinsame Singen von Weihnachtsliedern eine (politische) Versammlung darstellt. Das defensive Auftreten der Polizei legt nahe, dass die Bereitschaft, fragwürdige Lockdown-Maßnahmen der Regierung gegen Familien durchzusetzen, zumindest bei den Beamten der unteren Dienstränge, fernab ihrer politischen Führungen in den Polizeipräsidien, nicht allzu hoch zu sein scheint. Am 4 Advent dürfte die nächste Gelegenheit für die Polizei gegeben sein, zu unterstreichen, dass es möglich sein muss, in der Weihnachtszeit gemeinsam Tradition und Kultur zu leben. Allen Widrigkeiten, die die Corona-Krise mit sich bringt, zum Trotz.

Das Weihnachtssingen wurde durch den Youtuber Michael Wittwer in einem Livestream übertragen, der bei Youtube auch im Nachgang anzusehen ist:

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