Verkehrsverbund Mittelsachsen: Kaum Corona-Übertragungen im ÖPNV – trotz fehlender Mindestabstände!

In der neuen Ausgabe des Magazins „In Fahrt“, das der Verkehrsverbund Mittelsachsen regelmäßig herausgibt, ist eine ausführliche Auseinandersetzung mit der Corona-Problematik in Bus und Bahn erschienen. Bezugnehmend auf eine Studie von Virologen, die insgesamt 55.141 festgestellten Corona-Übertragungen eine Ursache zuordnen konnten, enthält der Artikel ein durchaus interessantes Ergebnis. Während mit 30.905 Übertragungen mehr als die Hälfte in den eigenen, privaten Wohnungen und Häusern geschehen ist, fernab des heruntergefahrenen, öffentlichen Lebens und bereits lediglich 293 Übertragungen in Restaurants registriert wurden (obwohl trotzdem sämtliche Restaurants schließen müssen), hat es im ÖPNV gerade einmal 90 (!) Übertragungen von Covid-19 gegeben, das sind gerade einmal 0,16 Prozent aller nachgewiesenen Übertragungen. Zwar gilt im ÖPNV eine Maskenpflicht, doch der Mindestabstand von anderthalb Metern kann gerade zu Stoßzeiten kaum eingehalten werden. Obwohl Fahrgäste demnach eine längere Zeit auf engem Raum stehen, bleiben Übertragungen aus – diese Schlussfolgerung ist ein klarer Weckruf, dass weite Teile der aktuell verfügten Sanktionen nutzlos und unverhältnismäßig sind.

Chefarzt des Chemnitzer Klinikums sieht keine Bedenken im ÖPNV

„So die Hygieneregeln von allen eingehalten werden, bestehen keine Bedenken gegen die Teilnahme am ÖPNV“, äußert sich mit Dr. med. Thomas Grünewald der Chefarzt des Chemnitzer Klinikums auch positiv über die Nutzung des ÖPNV in Zeiten der Covid-19-Krise. Bei Anwendung des gleichen Maßstabes, müsste diese Aussage aber auch zu weiten Teilen des Freizeit-, Einkaufs- und Ausgehverhalten der Bevölkerung getroffen werden können, denn auch dort sind Übertragungen nur in einer marginalen Zahl von Fällen aufgetreten.

Randnotiz: Selbst beim Sicherheitspersonal des Verkehrsverbundes Mittelsachsen, das schwerpunktmäßig auf das Tragen der Maskenpflicht hinweist und damit den gesamten Tag über in engem Kontakt mit Menschen steht, hat es seit März nur einen nachgewiesenen Corona-Fall gegeben. Das wirft weitere Fragen zur Wahrscheinlichkeit einer Übertragung in alltäglichen Lebenssituationen im öffentlichen Raum auf.

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