Trotz Corona: Laut Stadtverwaltung keine erhöhte Sterblichkeit in Chemnitz

Während der sogenannte Inzidenzwert höchst umstritten ist, geben andere Zahlen deutlich mehr Aufschluss, um die Corona-Krise bezüglich ihrer tatsächlichen Bedrohung einzuordnen. Der Chemnitzer Stadtrat Robert Andres hat beispielsweise eine Anfrage unter dem Titel „Coronasterblichkeit“ (RA-462/2020) gestellt, um herauszufinden, ob es im Verlauf der Krise in Chemnitz eine erhöhte Mortalitätsrate gegeben hat. Die Antworten dürften brisant sein: Bis zum 30. Oktober 2020 betrug die Mortalitätsrate 1,17 Prozent und liegt damit unter denen der Vorjahre (2019 waren es 1,42 Prozent, 2017 und 2018 waren es 1,40 Prozent). Selbst wenn es zum Ende des Jahres hin noch einen leichten Anstieg geben könnte, wird der Wert trotz Corona-Krise nicht über dem der letzten Jahre liegen. Es ist deshalb fraglich, ob die Gefahr, die von dem Corona-Virus ausgeht, tatsächlich so hoch ist, wie es Bundes- und Landesregierung behaupten. Mit Zahlen belegen lässt sie sich offenbar nicht:


Auszug aus der städtischen Antwort auf die Ratsanfrage RA-462/2020

Stadt Chemnitz nennt genaue Zahl der Chemnitzer Corona-Toten nicht

Eine weitere Zahl, die wichtig wäre, um die Corona-Gefahr einordnen zu können, wäre die Zahl derer, die tatsächlich an einer direkten Folge von Covid-19 gestorben sind. Doch diese Statistik wird überhaupt nicht geführt – so lässt es zumindest die Antwort der Verwaltung vermuten. Bis zur Beantwortung der Ratsanfrage am 30. November 2020, wurden in Chemnitz 138 Todesfälle mit der Todesursache „gestorben an oder im Zusammenhang mit Covid-19“ gemeldet. Darunter zählt beispielsweise auch der Dachdecker, der vom Dach stürzt und verstirbt, wenn in seinem Körper der Covid-19-Virus festgestellt wird. Der Aussagegehalt dieser 138 Todesfälle ist daher gegen Null tendierend. Es stellt sich vielmehr die Frage, wann endlich die Todesfälle, die unmittelbar auf Covid-19 zurückgehen, erfasst werden. Diese Zahl ist erforderlich, um die ergriffenen, restriktiven Maßnahmen gegenüber der Bevölkerung plausibel zu vermitteln. Wenn sie nicht genannt wird, müssen sich die politischen Verantwortlichen den Vorwurf einer Verschleierungstaktik gefallen lassen und provozieren Spekulationen über die dahinterstehende Motivation. Da verwundert es kaum, wenn der Unmut über die staatlichen Einschränkungen weiter zunimmt. Denn: Wer möchte schon Maßnahmen befolgen, deren Notwendigkeit von denen, die sie erlassen, nicht mit Fakten untermauert werden kann?!

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