Nicht mehr „To Go“: Chemnitzer Markthändler dürfen Speisen nur noch verpackt abgeben

Bei einem Gang über den Wochenmarkt in der Chemnitzer Innenstadt ist der Unmut deutlich spürbar. Sätze wie „Das widerspricht jeder Logik“ oder „Dadurch wird doch nur noch mehr Müll produziert“, fallen im Minutentakt. Durch die neue Coronaschutzverordnung wird es den Markthändlern untersagt, Speisen an Kunden unverpackt mitzugeben. Wer also bisher eine Bratwurst oder ein Fischbrötchen auf die Hand wollte, um etwa beim Gehen zu essen, bekommt es jetzt in Alufolie eingepackt. Auspacken kann der Empfänger es natürlich selber – so, wie es nahezu jeder Marktbesucher mit einigen Metern Abstand vom entsprechenden Stand auch macht. Es ist deshalb unverständlich, weshalb zu einer solchen Maßnahme gegriffen wird. An die Eigenverantwortung der Kunden zu appellieren, ihre Speisen nicht direkt am jeweiligen Stand zu essen, ist das eine. Die Verkäufer, die Kunden und die Umwelt aber durch Zwangsverpackungen zu drangsalieren, die natürlich niemanden aufhalten, an genau der gleichen Stelle zu essen und im Zweifel die Verpackung einfach in den nächsten Mülleimer (oder sogar noch daneben) fliegt, das andere. Der Zuspruch zu dieser Maßnahme hält sich deshalb verständlicherweise in engen Grenzen.

Bild: Archivbild Wochenmarkt

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