Nach Mauerschützen-Gedenkanzeige: Chemnitzer Linkspartei distanziert sich von eigenen Genossen

Nachdem u.a. zwei Ortsverbände der Chemnitzer Linkspartei anlässlich des 80. Geburtstages des DDR-Mauerschützen Peter Göring eine Gedenkanzeige in der marxistischen Zeitung „Junge Welt“ schalteten (das Chemnitzer Tageblatt berichtete darüber als erstes, lokales Medium), distanziert sich der Kreisvorstand von den eigenen Genossen. Göring hatte als Ostberliner Grenzer am 23. Mai 1962 mit einer Kalashnikov 44 Schütze auf den 14-jährigen Wilfried Tews abgegeben, der versuchte, die Grenze Richtung Westberlin schwimmend zu überqueren. Er wurde von acht Treffern schwer verwundet, Göring dagegen beim Feuerschutz der Westberliner Grenzer, die das Leben von Tews retteten, tödlich getroffen. In der entsprechenden Gedenkanzeige wurde nicht nur die Tat selber verherrlicht, sondern auch der Schießbefehl an der innerdeutschen Grenze grundsätzlich glorifiziert.

Parteiausschlussverfahren gegen Initiator der Gedenkanzeige wird geprüft

In einer eilig herausgegeben Pressemitteilung distanziert sich der Kreisverband der Chemnitzer Linkspartei jetzt von der Gedenkanzeige und macht einzelne Politiker der Partei dafür verantwortlich. „Wir distanzieren uns von dieser Anzeige und ihrem Inhalt. Wir stehen klar hinter dem Beschluss unserer Partei, der besagt ‚Die Schüsse an der Mauer […] stellen eine Verletzung elementarer Menschenrechte dar und sind durch nichts zu rechtfertigen.‘ Weder wir noch die benannten Strukturen hatten Kenntnisnahme von der Anzeige.“. Weiter wird behauptet, die Anzeige ginge maßgeblich auf eine Einzelperson zurück, gegen die ein Parteiausschlussverfahren geprüft wurde. Ob dies tatsächlich eingeleitet wird und zu welchem Ergebnis dies führt, bleibt der Nachberichterstattung der Partei vorbehalten, aus deren Reihen immer wieder Politiker durch die Verherrlichung des SED-Unrechtes in Erscheinung tritt.

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