Unter Polizeiaufsicht: Stiller Protest gegen Corona-Maßnahmen am Nischel

Jeden Montag kommen in Chemnitz um 18 Uhr Kritiker der staatlichen Corona-Maßnahmen zusammen, um einen kleinen Spaziergang durch die Chemnitzer Innenstadt durchzuführen. Während in der Vergangenheit der Treffpunkt am Markt war, ist er seit wenigen Wochen am Nischel. Auch in dieser Woche fanden sich einige Dutzend ein, die sich still versammelten – viele von ihnen mit Kerzen oder anderen Lichtern in der Hand. Während in der Vorwoche ein Spaziergang stattfinden konnte, hatte die Polizei offenbar die Anordnung, die Ansammlung stationär zu beschränken. Größere Gruppen, die den Platz verlassen wollten, mussten sich verteilen. Zu Zwischenfällen kam es nicht, nach etwa einer Stunde entfernten sich die Teilnehmer der Aktion in unterschiedliche Richtungen. Und so blieb es eine von vielen Protestaktionen, die Tag für Tag im ganzen Land stattfinden und die dafür sensibilisieren sollen, über Alternativen zur bisherigen Lockdown-Politik zu diskutieren. Angesichts der Angst, die in der Politik derzeit vor Demonstrationen und anderen, grundgesetzlich geschützten Aktivitäten herrscht, bleibt aber fraglich, ob sich die verantwortlichen Entscheidungsträger von solchen Protesten besonders viel annehmen. Langfristig dürfte es für solch ein Verhalten aber – nicht nur an der Wahlurne, sondern auch durch einen immensen Vertrauensverlust in die politische Führung – die Quittung geben.

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