Nächtliche Ausgangssperren? Erzgebirgs-Landrat mit fragwürdigem Vorstoß

Welchen Nutzen sollen nächtliche Ausgangssperren gegen die Ausbreitung des Corona-Virus haben? Während eine höhere Ansteckungsgefahr in größeren Menschenmengen möglicherweise gegeben ist, wenngleich dennoch fraglich bleibt, ob die ergriffenen, staatlichen Maßnahmen in einer Relation zum Nutzen stehen, wirkt der neueste Vorstoß wie ein Scherz. Doch es handelt sich um eine ernstgemeinte Idee von Frank Vogel, dem Landrat des Erzgebirges, der sich am Donnerstag (12. November) gegenüber Journalisten in Annaberg-Buchholz mitteilte. Da eine lokal begrenzte Ausgangssperre nicht zielführend wäre, schlägt Vogel auch gleich vor, in ganz Sachsen ab 22 Uhr eine solche Maßnahme einzuführen. Selbst in Großstädten wie Chemnitz sind die Straßen zu diesem Zeitpunkt menschenleer, von kleineren Städten im Erzgebirgskreis ganz zu schweigen. Aber – wie bei vielen populistischen Vorschlägen – um blinden Aktionismus zu suggerieren, reicht die Forderung allemal. Und es würde nicht verwundern, wenn sie auf Zustimmung der Landesregierung stößt, die sich in den letzten Wochen durchaus restriktiv bei neuen Einschränkungen gezeigt hat.

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