Aue: Bis zu 1000 Bürger gehen gegen Corona-Maßnahmen auf die Straßen

Der ab Montag verfügte Lockdown trifft das Erzgebirge – nicht zuletzt durch die Absage nahezu sämtlicher Weihnachtsmärkte in der Region – besonders hart. Entsprechendermaßen hoch ist der Unmut über die Maßnahmen der Bundes- und Landesregierung. Am Sonntagabend (1. November) folgten bis zu 1000 Bürger dem Aufruf von Stefan Hartung, Mitglied im Kreistag des Erzgebirgskreises und Gemeinderat in Aue–Bad Schlema. Vor dem Banner „Inzwischen sind mehr Menschen an Corona verblödet, als verstorben“, begrüßte Hartung die Anwesenden auf dem Auer Altmarkt und kritisierte die Corona-Politik scharf. Ähnlich deutliche Worte fand mit Dr. Gerlind Läger auch eine Medizinerin aus Oelsnitz, die in den vergangenen Wochen bereits bei mehreren Protesten gegen Corona-Maßnahmen aufgetreten war und erneut kritisierte, dass ohne Massentests die meisten Menschen wahrscheinlich überhaupt nichts von einer Pandemie mitbekämen, so dass es unverhältnismäßig sei, dafür das öffentliche Leben nahezu vollständig herunterzufahren. Mit Martin Kohlmann trat zudem der Vorsitzende von Pro Chemnitz an das Mikrofon, noch am Freitag hatte die Bürgerbewegung auf dem Chemnitzer Neumarkt eine eigene Kundgebung durchgeführt.

Versammlungslage in Aue bleibt ruhig, Polizei muss nicht eingreifen

Während es bei einem ähnlichen Demonstrationsgeschehen am 1. Mai zu Tumulten kam, bei denen Polizisten zahlreiche Demonstranten festsetzten, gab es für die Beamten beim neuerlichen Protest keinen Grund, einzugreifen. Mehrere Journalisten kritisierten zwar beim Kurznachrichtendienst Twitter, dass die Maskenpflicht, die den Teilnehmern per Auflage verfügt worden war, nicht konsequent durchgesetzt worden wäre, Versammlungsleiter Hartung ermahnte seine Demonstranten jedoch mehrmals und es schien, als ob zumindest ein Großteil seinen Worten Folge leistet. Mutmaßlich weniger aus Überzeugung, als vor dem Hintergrund, die Versammlung ohne Reibereien durchführen zu können.

Bildquelle 1: Stefan Hartung
Bildquelle 2: Pro Chemnitz

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