AfD mit gut besuchtem Wahlkampffinale und Kritik an Falschmeldungen der Morgenpost

Mit dem gebürtigen Chemnitzer Alexander Gauland und Tino Chrupalla leisteten hohe Funktionäre der AfD Ulrich Oehme Unterstützung im Oberbürgermeisterwahlkampf – auf dementsprechend großes Interesse stieß die Veranstaltung, die am Freitagabend (9. Oktober) im Hilbersdorfer Ballsaal stattfand. Mit etwa 300 Teilnehmern war die Räumlichkeit gut gefüllt und dürfte zum Ende der Wahlkampfphase vor allem die eigenen Anhänger noch etwas motiviert haben, die wenige Zeit bis Sonntag zu nutzen, um im eigenen Umfeld weiter zu mobilisieren. Denn: Am Ende wird die Frage entscheiden, welcher Oberbürgermeisterkandidat mehr Nichtwähler an die Urnen bringen kann. Und da zählt möglicherweise wirklich jede Stimme.

AfD widerspricht: Keine Zustimmung für Abriss des Nischels

Kurz vor dem Wahltag gibt es aber für die Chemnitzer AfD ein größeres Ärgernis: Die Morgenpost hatte getitelt, die AfD wolle den Nischel abreißen – eine Forderung, die unabhängig von der politischen Herkunft in Chemnitz eher mäßig ankommt, immerhin ist das Karl-Marx-Monument eine Art inoffizielles Wahrzeichen der Stadt. Doch offenbar hat die Morgenpost ihre journalistische Recherchepflicht vernachlässigt: Der Abriss des Nischels war Thema einer Petition im Petitionsausschuss des sächsischen Landtages. Nach einer Pressemitteilung, die der AfD-Kreisverband Chemnitz am Donnerstag herausgegeben hat, gab es jedoch keine Zustimmung der Partei zum Abrissantrag, ganz im Gegenteil. Dementsprechend scharf wird gegenüber der Presse, vor allem gegenüber Mopo-Autor Bernd Rippert ausgeteilt, der ein gezieltes Wahlkampfmanöver vorgeworfen wird. „Für mich ist dieser Artikel von Bernd Rippert ein klarer Versuch, den zweiten Wahlgang zur OB-Wahl nachhaltig durch bewusste Falschdarstellung zu beeinflussen. Es ist erschreckend, dass ein großes und renommiertes Verlagshaus derartige Berichte ungeprüft veröffentlicht. Tendenzberichterstattung ist alltäglich und verkraftbar. Diese Art und Weise hat aber mit Journalismus rein gar nichts mehr zu tun. So etwas kommt dabei heraus, wenn aus Journalisten politische Aktivisten werden“, heißt es vom stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der AfD im Chemnitzer Stadtrat, Nico Köhler. Es sind harte Worte und schwere Anschuldigungen, zu denen die Morgenpost bisher (noch) keine Stellung bezogen hat.


Die Chemnitzer AfD dementiert Berichte der Morgenpost, den Abriss des Nischels zu fordern

Artikelbild: Jonas Dünzel Facebook

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