Zimmer frei? Sachsens CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer kündigt Aufnahme von Asylbewerbern aus Moria-Lager an

Sachsen soll offenbar vorne dabei sein, wenn es darum geht, die mindestens 1500 Asylbewerber unterzubringen, die von der Bundesregierung aus dem griechischen Lager Moria, das Anfang September von einigen der etwa 12.500 Bewohner in Brand gesetzt wurde, unterzubringen. Verschiedene Medien berichten über Äußerungen von Ministerpräsident Michael Kretschmer und auch aus dem sächsischen Kabinett, wonach der Freistaat bereit ist, Unterbringungskapazitäten zur Verfügung zu stellen. Auch die sächsische SPD begrüßte die angekündigte Einreise der Asylbewerber aus dem Moria-Lager (O-Ton „Wir haben Platz“) und verwies auf leerstehende Kapazitäten in Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes. Außen vor bleibt dagegen die Debatte, dass es möglicherweise ein falsches, sogar fatales Signal an hunderttausende oder Millionen Menschen setzt, die auf ihre Einreise nach Europa warten, wenn sich westliche Länder nach dem Brand in Moria dem politischen Druck beugen. Natürlich trägt die absolute Mehrheit der Menschen in Moria keine Verantwortung für das Feuer und leidet unter den Folgen, gleichzeitig wird aber durch die Aufnahme in Deutschland suggeriert, dass es erfolgreich sein kann, Straftaten zu begehen und zahllose Menschenleben zu gefährden, um anschließend Asyl zu erhalten – auch, wenn die Tätergruppe nur eine verschwindend geringe Minderheit im Lager gewesen ist.

Griechische Polizei nimmt afghanische Asylbewerber als Brandstifter fest

Mittlerweile ist sogar bekannt, wer das Feuer gelegt hat: Griechische Polizisten haben sechs Tatverdächtige, Asylbewerber aus Afghanistan, festgenommen. Zudem wurde ein neues, provisorisches Lager errichtet, das über Kapazitäten von 5000 Betten verfügt – lediglich 1000 davon werden aber bisher genutzt, die restliche Zahl der Asylbewerber wartet auf die (von den Politikern versprochene) Einreise nach Deutschland. Es ist kaum zu beschreiben, welches Unheil falsche Signale unserer Bundes- und Landespolitik in der ganzen Welt anrichten. Wenn Herr Kretschmer richtigerweise behauptet, Fluchtursachen müssen bekämpft werden, sollte seine Regierung keine Fluchtanreize schaffen.

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