Wahlkampfgetöse: Grüne fordern AfD-Kandidaten nach Demo in Berlin auf, sich auf Corona testen zu lassen

Es ist Wahlkampf in Chemnitz und manchen Akteuren geht es wohl darum, Schlagzeilen um jeden Preis zu erreichen – der gesunde Menschenverstand bleibt dann mitunter auf der Strecke. Aus dieser Kategorie stammt auch eine Forderung der Grünen, über die das Internetportal Tag24.de erstmals berichtete: Die Partei fordert den AfD-Oberbürgermeisterkandidaten Ulrich Oehme dazu auf, einen Corona-Test durchzuführen, da er an der großen Demonstration gegen die Corona-Politik der Bundesregierung teilgenommen hat, die am Wochenende mit rund 50.000 Teilnehmern in Berlin stattfand. „Es besteht deshalb der begründete Verdacht, dass Herr Oehme oder auch andere Mitglieder seiner Reisegruppe nun Corona aus Berlin mit zurück nach Chemnitz bringen“, schlussfolgern die Grünen daraus und verweisen auf deutlich höhere Infektionszahlen in Berlin, als in Chemnitz. Hinweise, dass sich Oehme in der Nähe einer Corona-Risikoperson bewegt hat, gibt es dagegen keine. Und auch ansonsten wirkt die Forderung der Grünen wie ein Schrei nach Beachtung.

„Black lives matter“ – Demos: Die Sache mit dem Glashaus…

Als im Juni zehntausende in Berlin ohne Abstandsregeln und Mund-Nasen-Schutz auf die Straße gingen, um unter dem Motto „Black lives matter“ gegen vermeintlichen oder tatsächlichen Rassismus zu demonstrieren, waren die Grünen begeistert und unterstützten diese Veranstaltungen auch personell, die größte Demonstration fand in Berlin statt, in Chemnitz wurden immerhin rund 1000 Teilnehmer gezählt. Corona-Test bei den regionalen Grünen-Politikern oder ihren Bundestagsabgeordneten, die sich regelmäßig in Berlin aufhalten, um anschließend in ihre Wahlkreise zurückzukehren und mit den dortigen, politischen Gremien zusammenarbeiten, gab es nicht. Der neuerliche Vorstoß ist deshalb auch inhaltlich widersprüchlich. Aber vielleicht gibt es im Spektrum zwischen dem „OB ohne Maulkorb“ (Martin Kohlmann), dem Kritiker der staatlichen Corona-Maßnahmen (Ulrich Oehme) ganz außen Platz für die „Partei der Hysterie“ um ihren Oberbürgermeisterkandidaten Volkmar Zschocke. Und: Ist eigentlich bekannt, wo sich Herr Zschocke in den letzten Tagen politisch und privat bewegt hat? Wenn nicht, wird seine Partei sicherlich intensiv nachforschen, denn es geht – natürlich – nur um Gesundheitsschutz…

Artikelbild: PR

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