Paukenschlag: Kohlmann verzichtet in Runde 2 und unterstützt Oehme – AfD kann ersten Oberbürgermeisterposten in Deutschland erobern!

Um kurz vor 18 Uhr – und damit wenige Minuten vor Fristende – hat Martin Kohlmann von der Bürgerbewegung Pro Chemnitz seinen Nichtantritt in der zweiten Runde der Chemnitzer Oberbürgermeisterwahl erklärt. Kohlmann, der in Runde 1 immerhin auf über 4 Prozent der Stimmen gekommen war, will in Runde 2 den AfD-Oberbürgermeisterkandidaten Ulrich Oehme unterstützen. „Wir haben uns eine Weile mit mehreren Leuten beraten und sind zu dem Ergebnis gekommen, das jetzt die Kräfte gebündelt werden müssen. In diesem Sinne: Alles für Oehme!“, äußert sich Kohlmann gegenüber dem Chemnitzer Tageblatt zum patriotischen Zusammenrücken im rechts-konservativen Bereich. Tatsächlich ist es mehr als eine Geste gegenüber Ulrich Oehme, der dem nationalkonservativen, ehemaligen Flügel innerhalb der AfD zugerechnet wird und in der ersten Runde etwas mehr als 12 Prozent der Stimmen auf sich vereinbaren konnte. Es ist ein Signal, das zeigt: Seht her, wir können in diesen Wahlkampf richtig Schwung reinbringen. Und es ist im Bereich des Möglichen, ausgerechnet in Chemnitz, der Stadt, die 2018 nach einer frechen Lüge und der Verunglimpfung weiter Teile der Bürger, weltweit in die Schlagzeilen geriet, den ersten AfD-Oberbürgermeister in ganz Deutschland zu stellen. Möglich ist dies einerseits durch eine Besonderheit im sächsischen Wahlrecht, andererseits durch eine Konstellation, die es so noch nie gegeben hat. Und natürlich durch die Uneigennützigkeit von Martin Kohlmann, der mit seiner Bürgerbewegung dem AfD-Bewerber den Vortritt lässt, statt selbst von Öffentlichkeit und politischer Beachtung zu profitieren.

Fünf Parteien treten an: Oberbürgermeisterposten mit 25 Prozent!

Doch wie realistisch ist ein AfD-Oberbürgermeister in Chemnitz? Er ist zumindest gut möglich – das wissen die politischen Gegner, aber sie sind dennoch auf eine Finte von AfD und Pro Chemnitz hereingefallen: In der ersten Wahlrunde erzielten alle Kandidaten Ergebnisse im Bereich zwischen 12 und 23 Prozent, sie liegen demnach sehr eng zusammen, zumal die beiden Erstplatzierten Almut Patt (CDU) und Sven Schulze (SPD) keine Parteien gefunden haben, die zu ihren Gunsten in der zweiten Runde verzichten und ihren Wählern empfehlen, für den jeweiligen Kandidaten zu stimmen. Ganz anders bei den vermeintlich kleinen Herausforderern: Linkspartei-Kandidatin Susanne Schaper konnte die Grünen zum Verzicht bewegen, Lars Faßmann die Freien Wähler und Ulrich Oehme eben Pro Chemnitz. Da in Runde 2 – entgegen vielen Wahlsystemen in anderen Bundesländern – eine relative Mehrheit zwischen allen fünf Bewerbern zählt und es keine Stichwahl geben wird, werden 25 Prozent der Stimmen reichen, um Chemnitzer Oberbürgermeister zu werden. Um diese Hürde hat sich die AfD in Chemnitz bereits mehrmals bei vergangenen Wahlen bewegt, bei der Europawahl 2019 erreichte sie 23,5 Prozent (parallel dazu traten viele rechtsgerichtete Kleinparteien an), bei der Bundestagswahl 2017 waren es 24,3 Prozent (auch dort traten Kleinparteien an) und bei der Landtagswahl 2019 waren es sogar ganz genau 25,00 Prozent. Wenn die AfD jetzt ihre Schwerpunkte richtig legt, den Wahlkampf aus anderen Gebietsverbänden personell und finanziell unterstützt, sowie versteht, dass es jetzt, in Runde 2 erst richtig losgeht, ist das Oberbürgermeisteramt in greifbarer Nähe und könnte der Partei, die durch viele interne Grabenkriege als zersplittert gilt, wieder spürbaren Auftrieb bringen. Denn: Einen zweiten Fall Sebastian Wippel wird es nicht geben. Damals wurde der beliebte AfD-Politiker in Görlitz in der ersten Runde mit Abstand stärkster Oberbürgermeisterkandidat, in der Folge zogen fast alle Vertreter der etablierten Parteien ihre Bewerbung zurück und ließen einen CDU-Kandidaten als Vertreter des „demokratischen Blocks“ gegen Wippel antreten, der dennoch nur knapp verlor. In Chemnitz konnte sich das Parteienkartell nicht einigen, weil jeder ein Stück vom Kuchen will. Es liegt an Ulrich Oehme und seiner Mannschaft, das auszunutzen und bis zum 11. Oktober vor allem diejenigen, die dem ersten Urnengang ferngeblieben sind, zu mobilisieren. Für Chemnitz wäre das ein starkes Zeichen!

Artikelbild: PR
Bild 2: Pro Chemnitz Facebook

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1 thought on “Paukenschlag: Kohlmann verzichtet in Runde 2 und unterstützt Oehme – AfD kann ersten Oberbürgermeisterposten in Deutschland erobern!

  1. Das wäre zu schön. Hoffentlich helfen andere AfD Fraktionen aus der Umgebung mit bei der Wahlwerbung (Flyer verteilen, persönlich die Menschen ansprechen, mehrere kleine Stände).

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