Neues Atommüll-Endlager: Großraum Chemnitz-Erzgebirge als möglicher Standort

Seit dem Jahr 2013 finden keine Atommülltransporte in das niedersächsische Endlager in Gorleben mehr statt – jahrelanger Widerstand und großflächige Proteste in den betroffenen Kommunen haben letztendlich zu einem Umdenken in der Politik geführt. Doch nach Jahren der trügerischen Ruhe, hat die „Bundesgesellschaft für Endlagerung“ am Montag (28. September) eine neue Übersicht möglicher Endlager vorgestellt, die es in sich hat – vier Regionen in Sachsen kommen dabei in die nähere Auswahl, darunter Granulit-Gesteinflächen nördlich von Chemnitz und Granit-Gesteinflächen im Westerzgebirge, außerdem sind das Kristallingestein Gneis im Osterzgebirge und eine Fläche in der Lausitz in der näheren Auswahl. Bundesweit wurden insgesamt 90 mögliche Standorte ausgewählt, die schrittweise unter wissenschaftlichen Kriterien abgearbeitet und näher begutachtet werden sollen. Die Auswahl von Gorleben im Landkreis Lüchow-Dannenberg an der Grenze zwischen Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern, einer vergleichsweise dünn besiedelten Region, zeigt jedoch, dass auch bei der neuen Suche Kreise mit geringer Einwohnerdichte in Frage kommen dürften – wie eben das Erzgebirge. Erwartungsgemäß dürfte sich die Begeisterung in Grenzen halten, zumal bis heute die Folgen und Nebenwirkungen radioaktiver Ablagerungen ungeklärt sind. Gut möglich, dass deshalb schon bald die ersten Proteste beginnen könnten – vermutlich parallel auch an allen weiteren, in Betracht kommenden Standorten in der gesamten Bundesrepublik.

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