Kinderarmut: Chemnitz trauriger Spitzenreiter in Sachsen

Es gibt Spitzenpositionen, auf die wahrlich niemand stolz sein kann. Dazu dürfte auch der Spitzenplatz bei der Kinderarmut zählen, den Chemnitz bekleidet. Während sachsenweit 12,2 Prozent der unter-18-Jährigen nach Angaben der Bertelsmann-Stiftung in Armut leben (insgesamt 77.937 Kinder und Jugendliche), sind es in Chemnitz immerhin 17,9 Prozent und damit deutlich mehr, als etwa in Dresden (12,7 Prozent). Hinter diesen Zahlen verbergen sich traurige Schicksale, bei denen es Familien nicht möglich ist, den Lebensstandard zu halten, der in einer Gesellschaft als Durchschnitt gilt – schlechte Verpflegung, unzureichendes Schulmaterial oder fehlendes Taschengeld für Freizeitaktivitäten sind unmittelbare Folgen einer solchen Armut.

Bundesweite Armutshochburgen liegen in Nordrhein-Westfalen

Verglichen mit dem Ruhrgebiet, ist die Lage in Chemnitz noch vergleichsweise entspannt: Trauriger Spitzenreiter ist die ehemalige Bergarbeiterstadt Gelsenkirchen, in der bis heute kein erkennbarer Strukturwandel eingesetzt hat, dort liegt die Kinderarmutsquote bei 41,5 Prozent. Auch in den benachbarten Städten Herne, Duisburg und Dortmund ist sie überdurchschnittlich hoch. Insgesamt ist ein Nord-Süd-Gefälle erkennbar, wonach Regionen in Bayern und Baden-Württemberg die geringste Armutsquote aufweisen.

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