Hunderttausende Kinderpornos besessen: Chemnitzer Amtsgericht lässt Pädophilen mit Bewährung gehen

Dieses Urteil macht wütend und ist nicht nachvollziehbar: Das Chemnitzer Amtsgericht hat den 50-jährigen Roy W. für den Besitz der unfassbaren Menge von 225.000 Kinderporno-Videos und 530.000 Kinderporno-Bildern zu einer Bewährungsstrafe von gerade einmal anderthalb Jahren verurteilt. Damit blieb der Richter Albert Linßen sogar unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die eine zweijährige Bewährungsstrafe für angemessen hielt, theoretisch reicht der Strafrahmen für den Besitz von Kinderpornographie jedoch bis zu einer Haftstrafe von fünf Jahren. Weshalb W. deshalb mit einem milden Urteil den Gerichtssaal verlässt, ist vor allem auch im Hinblick auf die aktuelle Debatte um Strafverschärfungen für Fälle von Kindesmissbrauch unverständlich. Kinderpornos entstehen schließlich nur durch unvorstellbares Leid, das den Mädchen und Jungen angetan wird, um die widerlichen Filme und Bilder zu produzieren. Jeder, der solches Material besitzt oder sogar damit Handel treibt (was im konkreten Fall nicht bewiesen werden konnte, aber bei einer solchen Dimension von Datenmaterial nahe liegt) macht sich mitschuldig an den Verbrechen und gehört dafür hart bestraft. Wenn sogar der zuständige Richter feststellt, dass er „noch nie mit so einer Unmenge [an Kinderpornographie] konfrontiert“ war, spricht dies Bände und lässt das milde Urteil noch unverständlicher erscheinen.

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